Segelcheck Blog

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Wenn das Meer die Berge küsst!

Geschrieben von Claudia Kirchberger
Claudia Kirchberger
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am Sonntag, 15 Mai 2011
in Törnberichte

 

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Immer steiler erheben sich die Steinwände zu beiden Seiten. Was mit lieblichen grünen Hügeln, voll Nadelholz und dünnen Birken, roten Sommerhäuschen und in der Sonne glitzernden, ruhigen Buchten, begonnen hat, ist mehr und mehr dem Eindruck von alpinen Hochgebirge gewichen.

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Freilich, bei Höhen von 800 bis 1500 Metern kann kaum die Rede von alpinen Hochgebirge sein, doch Norwegen braucht keine schwindelerregenden Höhen, um schneebedeckte Bergwelt oberhalb der Baumgrenze zu zeigen. Um, mit sich hinaufwindende Klettersteige zu atemberaubenden Aussichtspunkten zu locken und, um karge, ums überleben kämpfende Vegetation, großzügig mit – in der Sonne glitzernden – Wasserfälle und mächtigen Gletscherarme präsentieren zu können. Denn hier gibt’s das ganze schon in Höhen, in denen man zuhause im Alpenland eher „bessere“ Hügel, saftige Koppeln und schöne Wälder findet. 

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Und, wie um nicht alle steilen Berghänge dem Auge der Menschen so einfach zugänglich zu machen, hat der bösartige „Draug“ – Schrecken aller Fischer und Wiedergänger derer, die in den Fluten ertrunken sind – einen Teil der Täler mit seinen eiskalten Fluten gefüllt und Platz für seine Schützlinge unter der Wasseroberfläche geschaffen.

Doch der norwegische Troll der Meere ist gemütlich gestimmt und langsam schiebt sich La Belle Epoque bei strahlendem Sonnenschein dem Ende des Fjords entgegen, während wir die vorüberziehende Kulisse bestaunen und der Salzgehalt unter ihren Kiel stetig abnimmt.

Ruhig ist es hier. Die Saison hat noch nicht begonnen. Kein hektisches Touristenboot kreuzt unseren Kurs und in freundlichem Gleichmut empfängt uns Lysebotn, wo sich das Leben um ein Kraftwerk dreht. Ein Wasserkraftwerk, das so geschickt in den Berg gebaut wurde, dass es der Schönheit des Tals nichts anhaben kann. Ruhig, bis auf das Getöse des Wasserfalls, der, am östlichen Ende des Fjords, sein kaltes Schmelzwasser ins Tal rauschen lässt.

Wir liegen im duftenden Gras, blicken auf die steile Felswand über uns. Der Kjerag. Das Wetter soll stabil bleiben. Morgen wollen wir die Aussicht von oben genießen, mal sehen, ob wir den Weg hinauf finden, denn der Schnee hängt nach wie vor dicht in den Felsspalten und die Bergstrasse ist immer noch gesperrt.

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Ein Rucksack voll Tee und Jause, Windjacken und Trockenfrüchte zum Naschen, in dem anderen die Fotoausrüstung. Sonnencreme und Lippenbalsam aufgetragen, die Wanderschuhe an den Füssen und schon stapfen wir der kleinen, sich in die Höhe schraubenden, Bergstrasse entlang. Der grobe, über ein Kilometer lange und nur eine Fahrspur breite Tunnel, in dessen Dunkelheit wir uns langsam den Weg suchen, erstaunt uns. Nur die wenigen Schilder, die alle paar hundert Meter ein Notruftelefon und einen Feuerlöscher ankündigen, sind beleuchtet, kalt und feucht strahlt der Fels rund um uns und die Tropfen, die stetig auf den alten Asphalt klopfen, hallen laut und dumpf. Kleine Geröllstücke knirschen unter unseren Schuhen, der gesperrte Tunnel wurde sicherlich den ganzen Winter nicht benützt und das lose Geröll muss erst weggefegt werden, bevor die ersten Autos der heurigen Saison kommen.

Beim Cafe Øzsgardssstølen – das für den Winter mit Brettern vernagelt ist – machen wir den ersten kleinen Stop. Eine Tasse warmen Tee und eine Handvoll getrockneter Äpfel und Zwetschken stärken, während wir unser winzig kleines Schifferl weit unter uns suchen. Ab hier gibt’s keinen schönen Weg mehr, ein Kletterpfad – gekennzeichnet mit kleinen roten T´s und unzähligen Steinpyramiden – wird uns zum Gipfel des Kjerags führen. Doch der Weg ist noch weit. Über Schneefelder, vom Schmelzwasser sumpfige Ebenen wandern wir uns über zwei Bergrücken und durch zwei Täler vorwärts, bis wir endlich und mit schmerzenden Füssen auf den hohen, senkrechten Klippen über den Fjord stehen. Wahnsinn, was für eine Aussicht.

Den Abend zurück an Bord stoßen wir mit dem letzten Tröpfchen Schnaps an Bord an, doch bald schon fallen wir in die Kojen.

Fjordsegeln kostet Geduld. Da, ein Windhauch – und rauf mit der Genua – hinter der nächsten Biegung dreht er – halsen – oder nein, kreuzen, oder doch nicht? Nein, wieder kein Wind mehr. Raus mit der Angel! Aber nein, jetzt arbeitet Strömung gegen uns. Wir treiben rückwärts! Also, hilfts nix, Diesel starten, Angel einholen! Oh, schau mal aufs Wasser: Wind. Sofort den knatternden Kameraden an Bord ausstellen. Segel rauf. Schnell, schnell. Oh, schau wie herrlich. Unter Schmetterling durch das ruhige Wasser. Oh je, was ist jetzt schon wieder. Warum fällt die Genua zusammen. Nein, nicht schon wieder. Kein Wind. Angel raus. Nein, nein, vergiss mal das Angeln, stell den Diesel an, so kommen wir ja nie nach draußen! Die Tages-Etmale fallen in sich zusammen. 18 Seemeilen. 24 Seemeilen. Oh nein, gibt’s denn hier nirgends einen Ankerplatz. Was? 56 Meter tief direkt an der Küste? OK, also wieder ein Steg. Na, wenigstens sind die hier nicht auf Abzocke aus. 80 Kronen für die Nacht, na, das ist ja vertretbar.  

Und rein in den Hardangerfjord. Wo die Apfelbäume blühen und die Wasserfälle locken. Und weiter geht’s mit Segel rauf, Segel runter, Motor ein, Motor aus. Langsam sehnen wir uns nach einer richtig langen Ozeanstrecke... aber halt, Blödsinn. Hier ist es wunderschön, die schneebedeckten Berge glänzen im Abendlicht, die Fjordpferde sehen uns neugierig bei unseren Wanderungen nach und in der Luft liegt der berauschende Duft von nassen Felsen und moosigen Weiden. Ja, wir bleiben noch ein bisschen. Tut uns ja gar nicht schlecht, uns auch die Füße mal ordentlich zu vertreten!

 

 

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Sonne, Wind, Fisch und Fest

Geschrieben von Claudia Kirchberger
Claudia Kirchberger
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am Dienstag, 26 April 2011
in Törnberichte

 

Frühling! Fast nirgendwo kommt er schneller, eindrucksvoller. Sind wir nicht gerade dem Winter entflohen? Kaum zu glauben, dass der fehlende Farbanstrich an der Wasserlinie vom Eis abgekratzt wurde. Hab ich nicht letzte Woche sehnsüchtig die winzigen und wenigen Knospen an den Büschen entdeckt. Als klägliche Booten des Frühlings.

Die Tage explodieren förmlich. 17 Stunden Licht am Tag. Sonne. Wärme. Licht und Schatten. Ein Meer, dass mit Wonne das Licht der Sonne von allen Seiten spiegeln lässt. Ein Land, dass den Winter in einer Woche vergessen hat. Eine warme Briese, die uns sanft entlang der „Riviera Norwegens“ entlang treibt. Eine Küste, die blüht und feiert, feiert und blüht. Und Menschen, welche die Sonne verehren.

Wir haben den Oslofjord hinter uns gelassen. Nicht, weil er nicht schön genug sein. Nein, wir freuen uns, seine Küste kennen gelernt und seine Wasser gekreuzt zu haben. Nein, auch nicht, weil wir keine Zeit mehr haben und unseren Plänen hinterher hinken. Nein, einfach nur deshalb, weil das Wetter unser Vorankommen bestimmt. Und, es ist uns wohl gestimmt. Denn der Wetterbericht erzählt von Ostwind. Von sanften Ostwind und sonnigen Tagen. Von stabilen Hochdruckgebieten und ruhiger See. Der Wetterbericht schwärmt uns von einem Wetter vor, wie wir es uns nicht besser wünschen hätten können. Und La Belle Epoque ist bereit. Wir sind bereit. Das Abenteuer Nordatlantik kann beginnen!

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Und wie es losgeht. Das Logbuch verzeichnet herrliche Segeltage bis zur hübschen Stråholmbukta, zu dem mediterran anmutenden Städtchen Risør, durch dicken Nebel weiter bis Lyngør - wo uns der Bierpreis im Kro des Segelmachers halb unmächtig schlägt, das Dorf dafür aber mit seinem Idyll belohnt – und endlich, raus in die Nordsee.

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Denn auch wenn die Küste hier wunderschön ist und das Wetter zum verweilen einladet, die Nordsee flüstert uns mit ihren sanften Wellen das süße Versprechen einer herrlichen Überfahrt. Und wir können nicht wiederstehen. Und während La Belle Epoque unter ihrer Genua immer weiter Richtung West-Süd-West gezogen wird und der Kuchen im Rohr duftet, wissen wir schon längst, dass wir heute Nacht kein Land finden wollen.

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Eigenartige Stimmung erfüllt das Boot am späten Nachmittag. Die See ist spiegelglatt, Dunst verschleiert den Sonnenuntergang. Der Horizont verwischt sich im hellen Schein von leichtem Nebel und die Segel scheinen kaum zu stehen. Und dennoch: La Belle Epoque zieht wie von Geisterhand getrieben mit 4 Knoten Fahrt stetig Richtung Kristiansand. Und auch wenn der Untergang der Sonne nicht zu sehen war, doch taucht sie unsere Welt in ihren rosaroten Schleier und das Deck fängt zu leuchten an.

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Langsam stellen wir uns auf die kommende Nacht ein. Wir trinken gemeinsam unseren abendlichen Tee und beobachten, wie langsam das Licht abgedreht wird und der Wind auffrischt. Wir streichen die Genua und setzen die etwas kleinere Fock. Und schließlich sitze ich alleine im Steuerhaus, eingewickelt in eine warme Decke und mit einer Tasse Tee in der Hand. Doch halt, ich bin nicht ganz alleine, denn da taucht Mercedes auf, und ihre große Liebe, der Graf von Monte Cristo. Ja, gibt es denn eine bessere Verwendung für Hörbücher, als zur nächtlichen Wache? Der Blick bleibt am Wasser, die Müdigkeit bekommt keine Chance, und während das Schiff die Wogen mit ihrem Bug teilt, bekommt die Phantasie Flügel. An dieser Stelle muss ich glatt noch mal ein dickes Danke an Axel und Marion loswerden, die zwei fröhlichen Segler, die uns all diese schönen Hörbücher zum Abschied geschenkt haben.

Um halb Vier Uhr Morgens steht Jürgen neben mir. „Ja, willst du denn nicht auch mal ins Bett?“ „Pst. Die Schlussszene!“ Außerdem, was steuert dieses dicke Schiff da auf uns zu! Monte Cristo, jetzt musst du mit deinem Tod noch warten. Und schon schick ich ein „Securite“ über Funk hinaus. „Securite, Securite, Securite. This is sailingvessel La Belle Epoque…” Gut und deutlich sind wir zu sehen. Kein Problem, wir – ein Passagierschiff – sind 0,6 Seemeilen von euch entfernt und werden euch Steuerbord passieren. Kein Problem, keine Sorgen und gute Reise! Na, ja, ich wollt halt nur sicher gehen...

Und wieder Sonnenschein. Der Wind frischt auf und folgt uns rund um die Südküste Norwegens. Am späten Nachmittag haben wir genug. Bei dem Wind fahren wir ja glatt an Stavanger vorbei, da ist´s wohl besser, doch  noch mal vor Anker durchzuschlafen. Und schon steuern wir durch die spitzen Felsinseln, runden eine Landspitze, die uns Schutz vor dem steifen Wind bieten wird und lassen den Anker samt Kette ausrauschen. Was für eine schöne Ankerbucht. Was für ein schönes Land.

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Wir segeln weiter bis Stavanger, der Ölmetropole Norwegens. Doch weit gefehlt, wer sich hier nur große Versorgungsschiffe und triste Bürobauten vorstellt. Stavanger ist schön und fröhlich. Überall gepflegte Altstadthäuschen, Pflasterstein und Frühlingsblumen. Lebenswerte Wohngebiete, lebendige Wasserfront und überall feiernde Norweger. Denn wies aussieht lieben die Norweger ein paar Dinge: Sonne, dunkelrote Ferienhäuschen, Boote und vor allem: Feste! Und wir, wir liegen am Stadtpier und genießen den Trubel. Denn auch wenn wir uns die Lokale Norwegens nicht leisten können, hier ist man überall mitten drin und kann sich von der ausgelassenen Stimmung mitreißen lassen!

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Steinbuckeln - Frühling in Schweden

Geschrieben von Claudia Kirchberger
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am Dienstag, 19 April 2011
in Törnberichte

 

Endlich zieht die Genua! Sofort stellen wir den Diesel ab und nutzen den auffrischenden Nordwestwind. La Belle Epoque zieht unter vollen Segeln los, während die Abendsonne den Himmel über uns mit ihrer Farbenpracht schmückt. Schon bald frischt der Wind auf und im letzten Licht des Tages wechselt Jürgen die Genua gegen die kleinere Arbeitsfock. Bis 7 Beaufort sind gemeldet, wir werden unter dem kleineren Arbeitssegel zügig voran kommen.

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Der Leuchtturm nördlich Grenaa leuchtet uns einen letzten Abschied vom dänischen Festland und an Bord kehrt heitere Ruhe ein. Es ist nicht so kalt wie befürchtet, trotzdem bin ich froh um meinen dicken Overall, in den ich gut eingepackt hinterm Steuer sitze. Ich habe den Autopiloten wieder abgestellt, es ist schön, der Nacht entgegen zu segeln und dabei selbst das Boot zu führen. Doch bald schon werde ich von Jürgen abgelöst, es wird Zeit, ein wenig die Kräfte zu schonen, wir werden noch in der Nacht Schweden erreichen und uns in der Finsternis einen Weg durch die zerklüftete Schärenwelt suchen müssen. Müdigkeit kann dann gefährlich werden.

Ich bin froh, draußen zu sein. Unser letzter Aufenthalt in Dänemark war ja etwas frustrierend. Um noch ein paar Erledigungen zu machen und einen guten Ausgangspunkt für unseren Segelschlag quer über das Kattegatt zu haben, sind wir im Yachthafen in Grenaa eingelaufen. Ein Hafen, der nicht nur teurer war als angenommen, sondern auch noch einiges weniger zu bieten hatte als gewöhnlich. Tja, Offsaison eben! Keine funktionierenden Duschen, einen defekten Trockner (was uns die gute Dame im Büro allerdings nicht verraten hat, als ich sie nach Waschmaschine und Trockner fragte) und eine leere Dieselzapfe, die zwar unser Geld schluckte, dafür aber keine Diesel hergab. Dazu noch eine Wettermeldung, welche die versprochenen leichten Südwestwinde für den kommenden Tag in ungemütliche und auffrischende Nordwest änderte. Klar, da mussten wir sofort wieder raus!

In der Dunkelheit passieren wir Anhold. Eigenartig, die Insel bleibt finster. Nirgends ist das Leuchtfeuer zu sehen. Egal, die elektronischen Seekarten geben Sicherheit, dass der Fehler beim Leuchtturm liegt und nicht in meiner Navigation. Später öffnet sich vor uns ein Feld von Navigationslichtern. „Phu, wie werden wir jemals durch dieses Gedränge an Schiffen durchfinden!“ Mache ich mir noch Sorgen, da ziehen schon die ersten Fischtrawler bei uns vorbei. Schneller als gedacht lassen wir die Schifffahrtslinie hinter uns, wir segeln mitten in die Untiefen der schwedischen Schären. Hierher verirren sich keine Schiffe in dieser finsteren Nachtstunde und wir sind wieder alleine. Und der Wind frischt immer mehr auf. Die vielen Richtfeuer und Leuchtbojen weisen uns den sicheren Weg durch die vielen Felsriffe und fast zu schnell erreichten wir die Ankerbucht, unter vollen Segel rauschten wir mit sieben bis acht Knoten Fahrt in die seichte Bucht, bis Jürgen endlich die Segel geborgen hatte. Der Anker fällt in den Schlick und wir in die Koje.

Doch unsere verspätete Rast sollte nicht lange dauern, denn schon nach wenigen Stunden meldet sich der Ankeralarm. La Belle Epoque hat sich losgerissen und treibt Richtung Küste und ein klassischer Pyjamatörn steht am Programm! Raus, Anker rauf und neuen Platz suchen!

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Nach zwei Tagen verlassen wir Skalla Hamn und kreuzen zwischen den Schären nach Göteborg. Was für eine eigenartige Schärenwelt wir hier gefunden haben. Den Kopf gefüllt mit den Eindrücken von der schwedischen Ostküste hatten wir bewaldete Inseln, herrlich grüne Natur und schöne Vegetation erwartet. Fast endtäuschend sind jedoch diese nackten Steinbuckeln, die wir hier finden. Kein einziger Baum weit und breit, ein letzter Rest Schnee zwischen den Felsen, ein paar Vögel und weit und breit keine wuchernde Vegetation zu finden, oh was für eine kahle Gegend.

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Göteborg empfängt uns mehr als freundlich. Im Hafen von Hinsholmen dürfen wir gratis liegen, da die Saison noch nicht angebrochen ist. Auch ihren Mastenkran dürfen wir gratis benützen und so entschließen wir uns, nach einem Tag in der Stadt, endlich das scheppernde Kabel im Großmast zu wechseln. Gesagt, getan, und schon liegt der Großmast am Steg. Doch keine zwei Stunden später glänzt La Belle Epoque wieder als stolze Segelyacht, während wir uns damit herumschlagen, das Rigg wieder richtig durchzuspannen.

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Das Wetter will einfach nicht länger mitspielen und, nach einigen Tagen warten, verlassen wir Göteborg bei diesigem Wetter. Es dauert jedoch nicht lange, da zieht dichter Nebel auf, keine Schiffslänge Sicht haben wir mehr, ausgerechnet mitten in den Schären von Göteborg. Aber macht nichts, ein wenig Wind ist ja noch zu spüren und langsam segle ich durch den grauen Schleier, während Jürgen am Bug Ausschau hält. Im letzten Moment drehe ich ab, als eine Fähre aus dem Nebel direkt neben uns auftaucht. Ok, ich hab´s verstanden, ab sofort läuft auch das Radar mit!

Irgendwann verschwindet auch der Nebel wieder und wir setzen gemütlich unseren Weg in den Norden fort. Wer hätte das gedacht: die Schären um uns können doch mehr erzählen als wir zuerst dachten. Die zerklüftete Inselwelt wird bunter. Kleine Dörfer aus weißen und roten Holzhäusern hängen an den Hügeln, die mit ihrem roten Granit das Meer küssen. Fruchtbares Land finden wir, kleine Farmen, Wälder und wunderschöne Sandstrände. Die Felswände werden höher, die Vegetation beginnt, den Winter zu vertreiben. Ja, ein Land oder eine Küste sollte man eben nicht zu voreilig beurteilen! Nur schade, dass wir diese Küste nicht im Sommer erleben können.

Doch es treibt uns weiter und in wenigen Tage - so das Wetter mitspielt - werden wir auch Schweden in unserem Kielwasser lassen. Der Oslofjord liegt vor uns. Gespannt freuen wir uns auf die norwegische Hauptstadt, in der wir einige Tage verbringen wollen. Immerhin gibt’s dort für uns viel zu sehen. Denn wir wollen unbedingt die FRAM und die KON TIKI besuchen!

 

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Frühlingsbote mit weißen Segeln

Geschrieben von Claudia Kirchberger
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am Sonntag, 27 März 2011
in Törnberichte

 

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Das trockene Schilf am Ufersaum raschelt im frischen Westwind und es klingt, als würde man Sand auf eine Steinfläche rieseln lassen. Im Hintergrund mischt sich das unauslöschliche Geräusch der Brandung zum Pfeifen des Windes und den lockenden Rufen der Möven, die über der blauen Wasserfläche scheinbar im Wind stehen. Der steife Wind hält die ganze kleine Inselwelt fest in seinem Griff, doch die Kraft der Sonne nimmt täglich weiter zu und nimmt mit ihren warmen Strahlen selbst den Westwind seine Kälte.

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Wir wandern über die sanfte Landschaft von Samsoe und sind beinahe erstaunt darüber, unwahrscheinlich schnell der Frühling die Herrschaft übernommen hat. Unter dem dürren Gestrüpp der Wildrosen blühen die ersten Frühlingsboten und schmücken das Land mit ihrer bunten Pracht. Frische grüne Triebe zeigen sich zwischen den braunen Grasflächen und die kräftigen Sonnenstrahlen  wärmen die Haut. Die Insel selbst zeigt sich ruhig und einsam. Noch sind keine Sommergäste unterwegs, die kleinen Ferienhäuschen stehen leer und die Buchten sind verlassen. Nur Fähren und Frachter sind am Horizont auszumachen, die vielen kleinen weißen Dreiecke, die im Sommer den Horizont verzieren, sind noch nirgends zu entdecken. Die Häfen sind noch leer, die vielen Boote stehen hoch und trocken an Land und warten darauf, das ihre Eigner endlich wieder die neue Saison begrüßen. Hie und da entdecken wir schon fleißiges Treiben, frische Unterwasserfarbe wird aufgepinselt und neue Persenninge werden angepasst. Jeder freut sich schon, bald wieder ins Wasser zu kommen und den Sommer zu genießen, doch gesegelt wird noch nicht.

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Schade eigentlich, erleben wir doch so wunderschöne Segeltage hier im dänischen Frühling, seit wir unsere Reise aus dem Winterquartier in Flensburg starten.  Nach zwei Tagen steifen Nordwind in der Flensburger Förde meint es das Wetter endlich gut mit uns, der trübe Himmel reist auf und ein sanfter Westwind bläst auch den letzten Wolkenschleier außer Sicht. Unter strahlend blauen Himmel segeln wir gemütlich und mit Leichtwindsegel durch den Alsfjord, laufen als erste Yacht in der hübschen Bucht von Dyvig ein und spazieren über das Land, während La Belle Epoque einsam in der großen Ankerbucht schaukelt. Beim Picknick am Ufer müssen wir uns eingestehen, das wir das „Land des Biers“ wieder hinter uns gelassen haben, die Dänen können zwar sicherlich viel, doch die Braukunst ist nun mal eine deutsche Kunst... Doch egal, der warme Schwarztee aus der Thermoskanne ist zur Zeit ohnehin der Renner an Bord.

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Obwohl wir die hügelige Landschaft um Dyvig genießen, treibt es uns bald weiter. Das Wetter ist zu herrlich und wir wollen raus aufs Wasser. Wieder schiebt der achterliche Südwestwind La Belle Epoque mit rauscher Fahrt vor sich her, die Sonne ist bereits so stark, dass wir unsere Dieselofen abstellen können und unsere warmen Overalls getrost verstauen können. Ach wie herrlich, endlich wieder die Luken öffnen zu können, um die frische Briese durchs Schiff blasen zu lassen. Unser neu installierte Selbststeueranlage übernimmt die Arbeit des Rudergängers und wir tanzen im Frühlingsrausch an Deck herum.

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Durch den Aaroe Sund übernehme ich wieder, stelle die Selbststeueranlage ab und mache es mir im Steuerhaus bequem. La Belle rauscht durchs Wasser, doch das GPS zeigt nur 3 Knoten Fahrt über Grund. Starke Strömung setzt am südlichen Eingang des Sundes gegen uns und hinterlässt mir ein Gefühl am Rad, als ob das Steuer jemand anderer übernommen hätte. Spaziergänger am Ufer des Sunds bleiben stehen und betrachten unser grünes Segelboot, wie sie mit voller Besegelung durch den Sund pflügt. Ja, jetzt wissen auch sie, dass der Frühling unaufhaltsam kommt, mit unseren geblähten weißen Segeln fühlen wir uns wie erste Frühlingsboten.

So schnell die Strömung gegen uns gekommen war, löst sie sich auch wieder ins Nichts auf und schon sausen wir mit 8 Knoten Fahrt durchs Wasser. Den geplanten Ankerstop auf Baagoe streichen wir, zu schön ist es hier draußen im Kleinen Belt, um schon für den restlichen Tag vor Anker zu liegen.

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Wenige Stunden später erreichen wir die kleine Insel Fenoe, in deren Windschatten wir ankern. Für den Abend feuern wir doch noch einmal unseren Dieselofen an und genießen die Wärme in der Kajüte.

Obwohl das alte Küstenhandbuch Middelfart als nicht besonders sehenswert beschreibt, begeben wir uns auf die nasse Dingifahrt über den Faenoe-Sund und machen einen Landausflug. Und siehe da, Middelfart entpuppt sich als hübsche Hafenstadt, mit viel Geschmack wurden die Löcher zwischen den alten Häusern mit modernen Bauten gefüllt die Stadt vermittelt einen Flair von Urlaub und Sommer. Cafes und Parkanlagen säumen die Wasserfront und die kleinen Läden zeigen schon ihre Frühlingskollektionen.

Schon ist unser Anker wieder gelichtet, langsam segeln wir unter den beiden Brücken von Middelfahrt durch in den Norden. Der Wind frischt auf und wir wechseln die Leichtwindgenua gegen die schwere Genua. Ohne Besansegel legt sich La Belle Epoque mit bis zu sieben Knoten Fahrt ins Zeug. „Hm, könnten wir es vielleicht sogar heute noch bis Samsoe schaffen?“ Überlege ich laut und schon gesteht Jürgen, dass auch er keine Lust mehr hat, schon in Aebeloe halt zu machen.

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Gesagt, getan, kurz nach 5 Uhr Abends fällt der Anker vor Ballen, Samsoe, doch nach einer unruhigen Nacht am rolligen Ankerplatz verlegen wir uns in die beliebte Bucht von Langoer, weiter nördlich auf Samsoe. Ein Platz, der zum Verweilen einlädt. Und einige Tage verweilen wollen wir auch, denn die Wetterdaten über Funk zeigen noch ein paar Tage stärkere Winde aus Nord und Nordwest, bis wieder konstanter Südwest einsetzt, den wir für unsere Überfahrt über das Kattegat nach Westschweden nutzen werden. Und so stecken wir die Füße in den weißen Sandstrand und warten, während La Belle Epoque an ihren beiden Ankern zieht.

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Aufwachen vom Winterschlaf

Geschrieben von Claudia Kirchberger
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am Donnerstag, 03 März 2011
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Eiskalt bläst der Nordostwind uns lässt die Gischt an Deck gefrieren. Kleine Eiszapfen schmücken den Buckkorb und am Vordeck gibt es keinen sicheren Platz mehr, da das Eis seine durchsichtige Decke auf dem rutschfesten Anstrich ausgebreitet hat. Kleine, ruppige Wellen haben sich in der Fjorde gebildet und weit und breit ist kein weiterer Mast zu sehen. Nur ein hellblaues Fischerboot verrichtet seine Arbeit und die Herren vom Zoll und von der Küstenwache rätseln über unsere Erscheinung. Wir haben Besuch an Bord und es macht Spaß, unseren ersten Wintertörn gemeinsam zu segeln. Nur eine kleine Tour ist geplant, das Wetter ist zu unstabil, um größere Schläge zu machen. Nur kurz kam das volle Groß rauf, schon bald mussten wir zwei Reffs einlegen und die kleine Arbeitsfock setzten. Herrlich, wieder das Schiff im Wind arbeiten zu sehen und unsere Neuerungen zu testen.


Denn den verschlafenen Winter haben wir dazu genützt, einige Vorbereitungen für unsere kommende Reise zu machen. Zum Beispiel unser Bordnetz: da wir den kommenden Winter in den hohen Breiten verbringen wollen, wurde uns schnell klar, dass unsere Solaranlagen nicht reichen werden. Immerhin hoffen wir, einige Monate in der nördlichen Dunkelheit erleben zu können. Ein Windgenerator musste her. Und auch wenn wir nicht das Geld hatten, uns eine leistungsstarke aber teure Anlage aus dem Katalog zu kaufen, wurden wir doch bei ebay fündig und seither nervt uns der kleine Flatterer mit seinen Geräuschen am Besanmast! Aber was soll´s, wir werden uns schon daran gewöhnen und unser Freund von der schönen LISA neben uns hat uns versichert, dass er unseren kleinen Stromerzeuger auf seiner Yacht nicht hören kann. Und auch wenn uns der Windgenerator noch nicht wirklich überzeugt hat, wird er erst mal einige Zeit am Mast bleiben, obwohl uns klar ist, dass er fürs kommende Jahr sicherlich öfter mal Unterstützung durch unseren Benzingenerator brauchen wird.


Gerade auch deshalb, weil unser Stromverbrauch fürs kommende Jahr sicherlich ein wenig ansteigen wird. Öfter wird das kleine Netbook mit den elektronischen Seekarten mitlaufen müssen, wenn wir den Weg durch die zerklüfteten Küstengewässer Norwegens suchen werden. Weshalb auch auf das kleine Wunderding verzichten, haben wir doch letztes Jahr in Schweden gelernt, wie einfach das „Navigieren auf Elektronisch“ geworden ist. Aber keine Sorge, zum großen Dank an die erfahrene Crew der Magellan sind wir mit Seekarten in allen Maßstäben ausgerüstet und werden diese auch wie gewöhnt benützen. Denn auch bei uns an Bord wird das Notebook wohl nie die Seekarten ablösen.

Und nicht nur mit ihren Seekarten versorgten uns Claudia und Fritz, beim gemütlichen Treffen an Bord und später in Wien erzählten sie von ihren Erfahrungen und beeindruckten mit Spitzbergenfotos, da wir ja praktisch in ihrem Kielwasser reisen werden. Lustig, wenn man erfahrene Fahrtensegler aus Österreich im Hafen von Flensburg trifft.

Doch nicht nur die Elektrik und die Navigation an Bord von LA BELLE EPOQUE ist aufgebessert, auch haben wir unsere Segelgarderobe vervollständigt. Den das letzte Jahr hat uns doch ganz deutlich gezeigt, dass wir noch einige Lösungen für unsere Vorsegel brauchen. Und während unser Blister seinen Platz an Bord eines Nachbarschiffes fand, hat Jürgen in tagelanger Arbeit unser Leichtwindsegel repariert und verbessert. Unsere schwere Genua wurde vom Segelmacher fachgerecht mit einer Reffreihe versehen, auch wenn wir lange überlegt haben, ob eine Reffreihe die richtige Entscheidung für uns ist. Aus Hamburg kommt unsere neue Fock 2, mit ihren 28 Quadratmeter ein kleines, schweres Arbeitssegel für windreiche Tage. Das traditionell aus rotem Tuch und mit schweren Stagreitern versehene Segel war ursprünglich als Innenklüver für ein holländisches Traditionsschiff genäht worden. Doch über Jahre wurde das Segel nicht abgeholt und so hatten wir das Glück, das hochwertige Segel als Gebrauchtsegel zu bekommen. Eine neue Orkanfock rundet unsere Segelgarderobe ab. Schon lange sprachen wir davon, dass uns unsere 15 Quadratmeter große Sturmfock doch ziemlich groß für wirklich schweres Wetter erschien. Und auch wenn wir natürlich hoffen, die neue, nur 8 Quadratmeter kleine Sturmfock nie verwenden zu müssen, ist es doch ein besseres Gefühl, gut ausgestattet in den hohen Norden zu segeln.


Denn wir haben noch nicht genug vom Norden. Zu schön ist es hier um schon nach einer Saison den Weg in den Süden zu starten. Und auch wenn wir gerne mehr von den vielen Ländern an der Ostsee sehen würden, haben wir uns doch entschlossen, den Weg durch Skagerrak in den Nordatlantik zu nehmen und uns von der schönen Ostsee endgültig zu verabschieden.

Aber was im Leben ist schon endgültig! Sag niemals nie, vielleicht kehren wir ja eines Tages in das herrliche Revier zwischen Deutschland, Skandinavien und Russland zurück, um doch noch die vielen versäumten Flecken kennen zu lernen.


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Inselträume und Schärensegeln

Geschrieben von Claudia Kirchberger
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am Sonntag, 24 Oktober 2010
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unterwegs auf der Nordsee

 

Ja, und schon lag die deutsche Nordsee hinter uns und wir sollten nach über 8 Jahren Landleben und einem Jahr Leben am Fluss herausfinden, ob wir noch immer das Zeug hatten, um Leben und Reisen am Segelboot zu genießen.

 

Die ersten Seemeilen hinter uns, brannten wir förmlich danach, endlich wieder eine Nacht auf See zu verbringen. Noch kurz den Wetterbericht abgehört und schon war klar, Limfjord wir kommen. Herrlich. Sanft und freundlich nahm und die Nordsee auf und schon arbeitete sich La Belle gegen den konstanten Nordwestwind hoch. Der kleine Spatz, der uns am Vormittag besucht hatte, hatte längst die Geduld für unsere gemütliche Reise verloren und ist nach wenigen Stunden Rast bald weiter geflogen. Armer kleiner Vogel, hätten wir dich doch sicher zurück nach Dänemark gebracht. Aber wer weiß, welches Reiseziel du dir gesucht hast!

 

Schon wartet das nächste Revier auf uns. Denn wir nehmen die schöne Abkürzung in die Ostsee, den Limfjord. Zwischen sanft hügeligen Festland, fruchtbaren Inseln und sandigen Untiefen durchqueren wir das schöne Land der Dänen und feiern oft genug an Bord der Kiluha unser „Buddysegeln“. Denn immer noch teilen wir uns die gleiche Strecke. Hier, wo das Wasser ruhig ist und der Wind ständig seine Richtung wechselt, finden wir endlich Zeit, uns mit den vielen Möglichkeiten des Ketschsegelns vertrauter zu machen. Denn zugegeben, nach reichlich Erfahrungen mit einer Slup ist es doch was neues, auf vier Segel gleichzeitig zurückgreifen zu können. Anfängliche Überlegungen, auch ein Stagsegel am Genickstag anzubringen, fallen schnell ins Wasser, La Belle Epoque hat so was nicht nötig. Auch bei wenig Wind nimmt sie überraschend gut Fahrt auf und dankt uns unsere Arbeit an den Segeln.

 

Segeln in Dänemark

 

Ein letzter Rundgang im Städtchen Hals – und schon liegt die viel gepriesene Inselwelt Dänemarks vor uns. Traumsegeln. Wir haben einen herrlichen Frühsommer erwischt! Das Wetter meint es gut mit uns, das Wasser leuchtet grün im Sonnenlicht und die Inseln heben sich wie Perlen aus der Ostsee. Einzig die vielen Quallen der Ostsee sind abstoßend, aber was soll’s, man muss sich eben an die harmlosen Biester gewöhnen.

 

Dafür hat Dänemark viel zu bieten und begrüße uns in seinen Fjorden und Buchten, zeigt uns Wikingerburgen und Haikutter, besticht mit Fachwerkshäuschen und einfachen Landleben. Die Menschen hier scheinen einfacher zu leben, die Inseln zeugen von Gemütlichkeit und Naturliebe. Keiner hier hat Stress, keiner präsentiert sich in teuren Klamotten oder läuft mit dem Handy am Ohr herum. Wozu auch!

 

dänischer Lebenstiel

 

Der Wind treibt uns weiter, immer weiter. Zwischen Traditionsseglern und schnellen Regattenyachten, Fahrtenseglern und Tagesausflüglern, Motorjachten und Nussschalen teilt La Belle das Wasser vor ihrem Bug und dringt immer tiefer in die Ostsee ein. Viele herrliche Orte liegen bereits in ihrem Kielwasser und nach der deutschen Ostseeküste liegt wieder eine dänische Insel voraus. Nach einer durchsegelten Nacht mit viel Verkehr rund um uns rauscht der Anker noch vormittags in Hammerhavn aus und Bornholm ladet ein, es in seiner ganzen Schönheit zu genießen. Nach tagelangen Wanderungen über die Insel, durch Schafweiden und zu Leuchttürmen, über den Klippen und durch verschlafene Dörfer lassen wir die letzte dänische Insel hinter uns und steuern nach Gotland, Schweden.

 

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Salz auf unserer Haut

Geschrieben von Claudia Kirchberger
Claudia Kirchberger
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am Sonntag, 04 Juli 2010
in Törnberichte

Wir haben die Flüsse so gut wie hinter uns. La Belle Epoque ist wieder ein stolzes Segelschifferl unter vielen und fällt nicht mehr weiter auf. Die Anstrengung und Müdigkeit, die das letzte Stück Flussfahrt uns gebracht hat, ist schön langsam von uns abgefallen, wir fühlen uns wohl und gerne gesehen hier im WV Motzen und haben alles so weit fertig für das Reisen über Meere. Na ja, wirklich alles? Immer noch knattert die Welle beunruhigend, wenn wir den Gang einlegen. Auch leckt die Stevenrohrdichtung ein wenig. Nicht gefährlich, aber dennoch...

Und so kommt uns der Vorschlag sehr entgegen, dass wir doch ohne weiteres an der Steganlage am schönen Clubhaus trocken fallen können. Ja klar, wir sind im Watt, einmal hoch und trocken gibt’s die gute Nachricht: das Wasser kommt bestimmt wieder! Ist ja auch ganz normal hier, ab und zu am Schlick zu stehen.

Gesagt, getan, auch wenn uns ein wenig mulmig im Bauch ist, ist es doch sehr cool, einfach die Tide zu nutzen, um Arbeiten am Unterwasserschiff zu machen und schon ist La Belle Epoque bei Hochwasser am besagten Steg festgemacht und wir warten. Knut kommt noch schnell vorbei, hilft, La Belle Epoque ordentlich fest zu machen, leistet uns Gesellschaft beim Warten und schmunzelt ein wenig über unsere „Sorgenleine“, eine Leine, mit der wir die Mastspitze mit einem Baum verbunden haben, so kann La Belle unmöglich in die falsche Richtung umfallen! Und schon zieht sich das Wasser zurück. Unser Schifferl neigt zwar die Nase etwas Richtung Boden, doch bleibt sie schön aufrecht im Schlick stehen. Jürgen arbeitet am Schaft und ich mach mich mit meinen knallgelben Gummistiefel auf den Weg unters Schifferl. Tja, geht doch wirklich einfacher als Tauchen und ja, das Wasser ließ nicht länger auf sich warten, als auch im Gezeitenkalender steht. Zum Hochwasser um drei Uhr morgens geht’s zurück an unsrem Stegplatz, der uns hier so großzügig zur Verfügung gestellt wurde und an dem keine Gefahr von neuerlichen Trockenfallen schwebt, denn immerhin geht’s morgen los.

 http://www.fortgeblasen.at/segelpage/material/Nordsee/Deutsche Bucht/P5261884.jpg

Schon früh morgens herrscht geschäftiges Treiben am Steg, Alfred und Anton packen die letzten Dinge in die Kiluha und wir werden fröhlich überrascht von den vielen Vereinsmitgliedern, die bei uns vorbeischauen um sich zu verabschieden. Mit auslaufendem Wasser legen wir ab. Denn hier dreht sich alles um die Strömung, hier geht’s nicht um den Zeitpunkt, den man gerne auslaufen möchte, hier geht’s um den Zeitpunkt, zu der Tidenstrom ein Auslaufen zulässt. Und da der Wind einfach nicht mitspielen will, motoren wir neben Kiluha nach Bremerhaven. Der schrullige Hafenmeister aus Kärnten knöpft uns das Liegegeld ab und wir verbringen die Halbe nach bei Rotwein bei Alfred und Anton. Schwätzen über frühere Reisen, über neue Ziele und über den kommenden gemeinsamen Weg.

Bremerhaven kommt dabei fast ein wenig zu kurz, denn schon kommenden Tag wollen wir unseren ersten richtigen Segelschlag machen. Wir wollen die einzige deutsche Hochseeinsel ansteuern, ein guter Ort, um weitere Reisen über die Nordsee anzugehen, den Dieseltank auffüllen und zollfrei einzukaufen. Zwar hatten wir geplant, erst einmal kreuz und quer an der Küste zu segeln und die vielversprechenden Orte an der deutschen Küste zu sehen, doch haben wir schnell einsehen müssen, dass La Belle Epoque nicht ernsthaft das richtige Boot für solche Unterfangen ist. Durch ihren Tiefgang und unser Unwissen im Watt wäre es einfach zu gefährlich, sich nicht an die betonten Fahrwasser der Küste zu halten. Gut und schön, aber zwischen den Tonnen lässt sich nur segeln, wenn auch der Wind von der richtigen Richtung kommt und weiterhin durch die Gegend motoren? Nein danke, dann doch lieber raus ins freie Nordseewasser.

 

Doch die Weser ist wohl anderer Meinung! Der Wetterbericht hat zwar keine Windwarnungen rausgegeben, doch Böen hallten sich nicht immer an den Wetterbericht und kaum den Steg verlassen türmen sich Wolkenfelder am Himmel. Alfred bindet wohlwissend ein Reff in sein Groß, wir segeln erst einmal ohne Besan, immerhin segeln wir La Belle Epoque zum ersten Mal und man will ja nichts übertreiben. Gute Entscheidung, denn schon fällt eine Böe über uns ein und La Belle kränkt unter ihrer viel zu vollen Garderobe weg. Der Wind bläst uns auf die Nase und der Versuch, aus der Weser zu kommen wird zur Qual. Nee du, sind wir den blöd? Wer hat gesagt, dass wir ausgerechnet heute nach Helgoland müssen? Die kleine Insel wird doch wohl auf uns warten können und nicht in der Zwischenzeit verschwinden. Die Entscheidung ist schnell getroffen und La Belle vollführt eine Wende während Kiluha in den Wind aufkreuzt. Solche zwei Haudegen, denken wir noch, diese Nordseesegler, da sind wir doch noch ein wenig jünger als die Beiden und die segeln uns einfach so davon. Aber was soll’s, Morgen ist auch noch ein Tag und vielleicht bringt das Wetter ein wenig bessere Voraussetzungen für unseren ersten Nordseetörn. Wir ankern auf der Kleinfahrzeugreede, was eigentlich nichts anderes heißt, als am Ankerplatz für Flussfrachter und Hochseefischer und teilen uns zur Vorsicht auf Ankerwache ein. Wir kennen ja den Anker noch nicht gut genug um ihn wirklich zu vertrauen und hier hat´s aber eine Strömung!

 http://www.fortgeblasen.at/segelpage/material/Nordsee/Deutsche Bucht/P5281932.jpg

Um halb vier Uhr morgens gehen wir Anker auf und verlassen endgültig die Weser. Das Umdrehen und Warten hat sich gelohnt, ein herrlicher Sonnenaufgang versüßt uns die ersten Segelstunden und der moderate Halbwind schiebt uns immer weiter in die Nordsee. So macht Segeln Spaß! Aber uff, muss denn noch so eine lästige hohe und kurze Welle gegen uns stehen? Bald schon lässt Jürgen den Horizont nicht mehr aus den Augen um nicht entgültig krank zu werden. Ich denke mir nichts dabei und sieh mir eine ganze Weile die Seekarten am Laptop durch. Als ich wieder nach draußen schlüpfe, läuft mir die Farbe aus dem Gesicht. Ui, so fühlt sich dass also an und schon halte ich mich an der Reling fest! Die Übelkeit verfliegt aber genauso schnell, wie sie gekommen ist und müde und geschlaucht laufen wir in Helgoland ein.

Der Hafenmeister erzählt, dass Kiluha noch nicht hier war und schon am frühen Abend verkriechen wir uns in der Koje. Bald schon bindet ein Boot an unserer Seite fest weil der Steg voll belegt ist, verschlafen sehen wir, dass es nicht Kiluha ist, die aber etwas später ankommt.

 http://www.fortgeblasen.at/segelpage/material/Nordsee/Deutsche Bucht/P5312036.jpg

Auf der kleinen Insel Helgoland fühlt man sich gleich wohl und nachdem wir Zollfreirum gebunkert haben, spazieren wir über die rote, geschichtsträchtige Insel. Selbst die Österreichische Monarchie hatte hier mal ihre Finger im Spiel und gewann Helgoland bei einer Seeschlacht gegen Dänemark für die Preußen. Während der schrecklichen Naziherrschaft in Deutschland sollte Helgoland zu einem riesigen Kriegshafen ausgebaut werden, doch die Bewohner Helgolands mussten für das „Projekt Hummerschere“ teuer bezahlen: in einem gigantischen Bombenangriff wurde die gesamte Insel zerstört. Schließlich ging das Landrecht an die Briten, die alle Einheimischen nach Deutschland deportierten und auf die verrückte Idee kamen, die Insel zu versenken. Der „Big Bang“ sollte die Insel von der Erdoberfläche löschen und massenweise Sprengstoff wurde auf die Insel geschafft. Helgoland hielt jedoch stand und nur ein Teil der roten Klippen versank in der Nordsee. Schließlich wurde das ungeliebte Kind an Deutschland zurückgetauscht und die Helgoländer nahmen ihre Insel wieder in Besitz und bauten einen autofreien Kurort und Anziehungspunkt für Touristen daraus. Der raue Scharm, den die gebeutelte Insel hat, ging dabei nicht verloren und wir genießen ein paar Tage in Helgoland und beschließen endgültig, unseren Weg in die Ostsee nicht durch den Nord-Ostsee-Kanal zu nehmen, sondern die Nordsee noch ein wenig besser kennen zu lernen und die Küste in den Norden hoch zu gehen. Wir wollen in den Limfjord, die Wasserverbindung quer durch Dänemark und freuen uns, dass auch Kiluha diesen Weg gehen wird, auch wenn es leicht möglich ist, dass sie schon bald etwas schneller als wir unterwegs sein werden.

Gemeinsam lassen wir Helgoland hinter uns und erleben trotz Nordwind einen traumhaften Segeltag nach Sylt. Die See glitzert im tiefen Blau und die Luft riecht betörend nach Meer und Salz. La Belle Epoque arbeitet sich unter Besan, Groß und Genua die Nordsee hoch, segelt ausgeglichen und ohne viel Korrektur am Steuer zu verlangen schneidet sie sich durch die kurze See. Uns tanzt das Herz. Wir haben uns mit diesem Schifferl richtig entschieden. Bald erreichen wir die Ansteuerungstonne Vortrapptief und fahren unter Motor den sicheren Kanal durch die schöne nordfriesische Inselwelt, bis endlich vor Hörnum auf Sylt der Anker fällt.

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Die Dünenlandschaft strahlt in ihrer kargen Schönheit und wir nehmen den Bus nach Westerland, nur um schnell wieder der Einkaufwelt und dem Autolärm zu entfliehen. Wir schlendern über die Dünen von Hörnum, vorbei an den vielen kleinen, auf Sand gebauten Villen und dem rot-weiß-roten Leuchtturm, der noch immer jede Nacht seine Dienste tut. Wir schlendern barfuss über den Nordseestrand und durch die kleinen Wasserpfützen, welche die Ebbe vergessen hat, mit hinaus ins Meer zu nehmen. Morgen geht’s weiter. Morgen werden wir die dänische Flagge setzen. Morgen werden wir Deutschland hinter uns lassen. Aber nicht für lange! Denn wir nehmen die besten Erinnerungen von diesem Land uns seinen Leuten mit uns. Wir sind hier sehr freundlich empfangen und aufgenommen worden, haben viel erlebt und nette Leute kennen gelernt. Und, wir freuen uns auf die deutsche Ostseeküste!

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Ein starkes Stück – Probleme am Rhein!

Geschrieben von Claudia Kirchberger
Claudia Kirchberger
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am Sonntag, 04 Juli 2010
in Törnberichte

Breit und viel befahren öffnet sich der Rhein vor uns. Geschäftiges Treiben herrscht zu beiden Uferseiten, doch wir haben kaum Zeit zum Schauen, nimmt und doch die Strömung mit. Es ist bereits später Nachmittag und wir wollen noch einen guten Platz finden, an dem wir Ankern oder notfalls auch anlegen können, um uns die berühmt berüchtigte Loreley für morgen aufzusparen. Doch leichter gesagt als getan. Schon der erste Ankerplatz, den im Buch beschrieben wird, endet für uns im Sand und mit knapper Müh und Not schaffen wir es, durch die enge und seichte Einfahrt wider ins tiefe Wasser zu kommen. Diese extreme Strömung hier verlangt Vorsicht. Die Zeit vergeht und langsam steigen in uns die Sorgen hoch, dass wir doch noch vor Einbruch der Dunkelheit einen guten Platz für die Nacht finden. Immer näher rücken wir der Loreley, immer schlechter wird das Wetter, immer ärger die Strömung. Es ist bereits Abend, wir müssen wo rein! Wir versuchen es in Lohr, hinter der Halbinsel  ist ein Hafen und wir entdecken auch größere Yachten. Aber Vorsicht, die Karte zeigt einen unbetonten Felsen, dem wir nicht zu nahe kommen dürfen. Machen wir auch nicht, doch dieser Felsen, der mittlerweile sogar gekennzeichnet worden war, währ das kleinere Übel gewesen. Wir dampfen gegen die Strömung in Richtung Hafen und plötzlich kracht es. Wie ein verletztes Tier torkelt La Belle Epoque über das Felsenfeld, ohne Chance, von selber wieder runter zu kommen. Die Strömung treibt uns immer weiter, weiter auf die Felsen. Es kracht und knirscht und – am aller schlimmsten – die, an Deck verzurrten, Masten schaukeln wie wild umher. Es gibt eine Richtung mehr, in die wir fahren können und endlich bleibt La Belle auf einem der vielen Unterwasserfelsen hängen. Die Fähre, die nicht einmal ein Drittel so tief ins Wasser reicht wie unser Schifferl, kommt mit einer dicken Trosse zu uns. Ohne viel Drumrum zieht der starke Dieselmotor der Fähre uns quer über das Felsenfeld zurück ins tiefe Wasser. Nein, für ein Boot mit diesem Tiefgang gibt’s her nirgends einen Platz. Ihr müsst draußen im Strom bleiben!

 

 

Mir wird schlecht. Draußen im Strom bleiben? Bei Nacht und im trüben Regenwetter durch die Loreley, einem der gefährlichsten Strecken der deutschen Wasserstraßen? Ohne Flussradar und ohne Mondschein durch das nicht beleuchtete Fahrwasser, an dessen Ufern spitze Felsen und gefährliche Untiefen lauern? Dass kann wohl nur ein Scherz sein. Im Halbdunklen sehen wir in Pfalz eine Fähre. Unsere Chance. Über Funk versuche ich, den Fährmann zu erreichen um die Wassertiefe im Hafen zu erfahren. Doch der hört keinen Funk und wir werden nie erfahren, wie Tief das Wasser im Hafen von Pfalz ist. Ein Güterschiff meldet sich. Ruft die Revierzentrale, die wissen, wo ihr hin könnt! Gesagt, getan. Und wirklich, fahrt weiter bis in die Loreley, der Schutzhafen dort ist für die Großschifffahrt, da kann ich garantieren, dass ihr mit euren zwei Metern Tiefgang kein Problem hat.

Es beginnt zu Hageln und La Belle Epoque fliegt – getrieben von der unglaublichen Strömung hier – durch die Loreley. Zerknirscht, unterkühlt und völlig fertig schmeißen wir endlich den Anker in der kleinen sicheren Hafenbucht. Wir werden mindestens einen Tag brauchen, bis wir uns wider in das unbequeme Fahrwasser des Rheins hinaus wagen.

 

Es ist laut hier. Die Züge fahren zu beiden Uferseiten und wir wundern uns, das dieser wunderschöne Landstrich damit verschandelt wurde. Wir nehmen einen Tag Auszeit. Nachdem Jürgen unters Boot getaucht ist, wissen wir, dass La Belle Epoque den Felsen mit einer Delle und etlichen Kratzern im Lack davon gekommen ist. Wie gut, ein stabiles Schifferl zu haben! Wir wandern auf die Loreley und staunen über den Ausblick. Es ist unbeschreiblich, wie die Talfahrer sich um die enge Kehre drehen. Gut, dass wir gestern keinem von diesen dicken Schiffen im Weg gestanden sind!

 

Dann geht’s wieder rund. Schnell lassen wir das Gebirge hinter uns und mit der Landschaft ändert sich auch zunehmend der Schiffsverkehr. Bis zu zehn Schiffe gleichzeitig begegnen wir und irgendwie finden wir auch immer durch das dichte Feld. Ihre Wellen geben das Gefühl, als sei man dem Meer schon ganz nahe! Immer tiefer dringen wir vor in ein Gebiet, das von Industrie, Häfen und Großstädten geprägt ist. Unser geplantes Ziel – Köln – lassen wir hinter uns und weiter geht’s bis Düsseldorf. Wahnsinn was man im Rhein alles kann: 188km in zehn Stunden! Und Düsseldorf zeigt sich von seiner besten Seite, finden wir doch einen Liegeplatz bei den sehr netten Damen und Herren der Stadtwerke. Und obendrei wird hier auch noch gefeiert, es ist Vatertag und kurzerhand feiern wir in ihrem tollen Vereinsschiff einfach mit. Mmhh, Altbier – auch sehr lecker!

 

Über die Kanäle bis zur Weser

 

Noch ein halber Tag Fahrt und wir verlassen den Rhein. Ab jetzt gehen wir es wieder ruhiger an. Der Rhein-Herne Kanal lässt unsren Puls wieder runterkommen und wir tuckern gemütlich durch das Land. Schon bald erreichen wir den Dortmund-Ems Kanal und nach den vielen Städten und großen Häfen finden wir uns plötzlich und unverhofft mitten im schönen Land. Ruhig und bei wenig Verkehr geht’s vorbei an Kuhweiden und Baumalleen, Bauernhäuser aus roten Backsteinen und kleinen Ortschaften. Immer mehr Sportboote begegnen uns und überall findet man kostenfreie Liegeplätze, extra ausgewiesen für Sportboote. Herrlich!

 

Die Schleusenarbeit ist kaum mehr der Rede wert und bald lassen wir auch das „nasse Dreieck“ – die Kreuzung in den Mittellandkanal – hinter uns. Wir haben uns entschieden, doch hier am Dortmund-Ems Kanal zu bleiben und das letzte Stück über den Küstenkanal bis zur Weser zu nehmen. Der Verkehr ist hier schon sehr wenig, zum Glück, denn bei dem Versuch, einen Frachter im engen Fahrwasser zu überholen, geht uns fast das Gas aus. Die Schraube des Frachters zieht derart viel Wasser, dass wir mit Rumpfgeschwindigkeit graden noch so vorbeischlüpfen.

 

Wir lassen das rotbraune Wasser des DEK hinter uns und biegen in den Küstenkanal ein. Schnurgerade und relativ langweilig geht’s weiter. Wenigstens lässt sich mal die Sonne blicken. Die paar Häuser, die zwischendurch an den Uferseiten zu sehen sind, sind willkommene Abwechslung zu den ansonsten eintönigen Bäumen. Eine Letzte Nacht verbringen wir in Oldenburg, denn ab der Hunte morgen befinden wir uns im Tidengewässer!

 

Die stolze La Belle Epoque!

 

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http://www.fortgeblasen.at/segelpage/material/flussreise2010/rhein,stroemung.jpg
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Dann sind wir mal weg... Mit dem Segelboot über die Donau zum Donau-Main-Kanal

Geschrieben von Claudia Kirchberger
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am Mittwoch, 28 April 2010
in Törnberichte

Angenehm ruhig schnurrt der Diesel unter uns, und - als wäre es das Selbstverständlichste auf der Welt - La Belle Epoque gleitet durch das nasse Grün der Donau.

 

Ja, wir sind draußen. Draußen aus dem gemütlichen Donauhafen, der uns das letzte Jahr beheimatete. Draußen aus dem Alltag des Landlebens, draußen aus der Welt der Autos, Telefone und Sonderangebote. Es ist kaum zu glauben, hier, mitten in Europa, mit geschäftigem Treiben an beiden Uferseiten, hat sich uns eine andere Welt aufgemacht. Geduldig leitet die Donau ihr Wasser Richtung Schwarzes Meer und umgibt uns mit ihrer gleichmütigen Ruhe. Schnell begreifen wir, dass sie mehr als nur eine Wasserstraße und - reguliert oder nicht - immer noch eine Quelle des Lebens ist.

 

Langsam erst setzt sich eine tiefe Ruhe und Befriedigung in unsere Herzen und wir begreifen, dass wir wieder dort unser Leben aufgenommen haben, wo es am lebenswertesten für uns scheint. Ausgiebig durften wir Abschied feiern. Wir flogen nahezu von einer Einladung zur nächsten, unsere kleine Abschiedsfeier am Fluss wurde zum schönen, großen Fest und unsere Freunde füllten La Belle Epoque fast zum Bersten mit g´schmakigen Andenken aus unserem Geburtsland.

 

Mit der schnellen Hilfe von James wurde La Belle Epoque schließlich reisefertig gemacht und ihrer stehenden Masten beraubt. Unter schwerer Last - weil bis unter die Aufbauten vollgestaut - nahm sie ihren Weg auf. Die fröhliche Santa Roberta begleitete uns schnell entschlossen das erste Wegstück mit einem verrückten Haufen uns lieb gewordener Freunde an Bord. Auch auf La Belle Epoque war die Stimmung heiter, unsere Familie war gekommen und auf der ersten kurzen Etappe durch die herrliche Schlögener Schlinge genossen wir gemeinsam bei Stelze und Bier die überraschend leichtfüßig laufende La Belle. Bereitwillig wurden wir in Aschach geschleust und mit einem herzlichen Gruß auf unseren Weg geschickt. In Schlögen noch ein letzter Abschied, von nun an würden wir alleine weiterreisen. Und so verkrochen wir uns in unsere Koje, am folgenden Tag wollten wir zeitig aufbrechen.

mit Begleitung legen wir ab

 

Fast, als wollte uns die Welt zeigen, unserem Vorhaben wohlwollend gegenüber zu stehen, wurden wir auch diesen Morgen wieder mit strahlendem Sonnenschein empfangen, der uns durch das schöne Land begleitet. Schon kamen wir zu unserer ersten Schleuse, die wie alleine an Bord durchfahren würden, und auch hier erlebten wir nur Freundlichkeit. Sofort wurde uns eine Schleusenkammer vorbereitet und nur kurze Zeit später ging’s gleich nach oben. Großartig, freundlich und unkompliziert wurden wir alleine ohne weiterem Schiff in die Höhe befördert, als hätte die Schleuse nur auf uns gewartet. Und, damit wir das Land am Strome auch wirklich frohen Mutes verlassen konnten, stoppte auch das Boot der Schifffahrtsaufsicht im Grenzgebiet ihren Motor um uns eine schöne Reise zu wünschen und uns zu verabschieden.

 

Und schon flattert die deutsche Flagge an unserem Bug und langsam geht unsere Reise in den Norden!

die deutschle Flagge ist gesetzt!

 

Doch früher als geplant legen wir den ersten Stop ein. Die Schleuse Kachlet bei Passau meldet uns Sperre bis Samstag Mittag. Ach so, jetzt wird klar, weshalb wir so wenig Gegenverkehr hatten. Wir dürfen gerne bis Samstag an ihrem eigenen Werkanleger gehen, so der freundliche Gruß. Was, zwei Meter Tiefgang, na, dann wohl doch besser nicht an unseren Anleger, für 2m können wir hier nicht garantieren!

 

Na gut, also alles klar zur Wende! Wir sollten doch mal im Hafen Racklau nachfragen, vielleicht hätten die ein Plätzchen für uns frei. Wir drehen eine Runde, nee du, danke, hier wird Kohle geladen. Danke, aber lieber wieder raus aus den Hafen und vor Anker, mit Schiffsverkehr ist ja ohnehin nicht zu rechnen - ´drum auch nicht mit Wellen und Geschaukel. Hinter den beiden schönen Holländern am Ankerplatz fällt auch schon der Anker von La Belle Epoque.

 

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Die harten Jahre sind vorbei...

Geschrieben von Claudia Kirchberger
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am Donnerstag, 18 März 2010
in Törnberichte

Au, muss das denn sein! So eine Vorbereitung zur Abfahrt hat wirklich nicht nur schöne Seiten. Sicher, die Vorfreude auf die kommende Zeit, das Wissen, dass dieses mal nichts im Weg steht um uns an der Abreise zu hindern und die Entdeckungslust, die uns gepackt hat, übertreffen schon die negativen Seiten so einer Vorbereitung. Aber muss man sich denn auch noch gleich die Qualen des Zahnarztbesuches antun?!?

Ja, nach doch vielen arbeitswütigen Jahren, welche wir mit den vielen Vorbereitungen zum neuen Aufbruch gefüllt haben, ist es nun endlich soweit. Das Zuhause ist versorgt, das Schifferl schwimmt. Wir haben uns schon längst an Bord eingenistet und die Schapps sind all jenen wichtigen und unwichtigen Sachen gefüllt, die man halt für eine Weltbesegelung braucht, oder besser gesagt, von denen man meint, dass man sie für so ein Leben braucht!

Und an Vorbereitungen hat es nun einiges gebraucht! Zuerst einmal war da das Thema Geld, denn klar, ganz ohne Geld kann man auch am Segelboot nicht leben. Also hieß es für uns erst einmal, zurück nach Österreich, Geld verdienen und eine Grundlage aufbauen. Denn einfach nur in die Arbeit zu gehen und sich über den monatlichen Lohn zu freuen, hilft zwar, irgendwann einmal eine Pension zu bekommen, doch wer nicht so lange warten will, der braucht eine andere Lösung.  Oder zumindest eine Idee, mit der man versuchen kann, das Problem „Einkommen“ zu lösen. Klar, dass soll nicht heißen, dass man nicht auch von Ersparten einige Seemeilen weit kommt, aber das ständige „Bei Null anfangen“ hatten wir schon. Also, dann noch lieber, eine kleine Einkommensquelle aufbauen.

 

Gleich das zweite Vorbereitungsthema war, wie soll´s  auch anders sein, das Schifferl. Na, und nach über drei Jahren Langfahrt, nimmt natürlich ein Bild für die eigene „Traumyacht“ ziemlich deutliche Konturen an. Die Suche nach unserer „Traumyacht“ war dann auch gar nicht lange schwer, sollte es doch eine solide Stahllady mit der Fähigkeit, in kalte oder sturmgebeutelte Gebiete genauso dampfen zu können wie in tropische oder windarme Zonen. Im Norden Europas finden sich ja zum Glück noch viele Yachten it diesen Grundattributen. Und um noch eines drauf zu geben, wollten wir nicht gleich ein fertiges Hochseebötchen, nein, in Frage kam nur ein Projekt, in welches wir auch unsere eigenen Vorstellungen packen konnten. Weshalb es auch über vier Jahre harte Arbeit brauchte, aus der alten, in Mitleidenschaft gezogenen Stahllady unsere La Belle Epoque zu schaffen.

 

 

Der Plan, der in den kommenden Jahren mehr oder weniger verwirklicht werden wird, gehört sicher zu dem lustigsten Teil unserer Vorbereitung. Mit dem Finger am Globus und den Träumen in der Tasche kristallisierte sich immer deutlicher der zukünftige Weg heraus. Klar war von Anfang an: die Reise sollte von zuhause aus beginnen. La Belle Epoque wurde also zuerst einmal in die Donau gehoben, den genau von hier werden wir starten. Und schon mussten wir uns entscheiden, haben wir hier in der Donau noch zwei Richtungen, die wir einschlagen könnten, werden die Möglichkeiten immer mehr! Schnell wird klar, es zieht uns immer wieder Richtung Norden. Und so schmeißen wir die ursprünglichen Pläne, übers Schwarze Meer ins Mittelmeer zu reisen hin und beschließen, die Flüsse und Wasserstraßen Europas in die Nord- und Ostsee zu folgen, um das erste Jahr die Ostsee kennen zu lernen. Dann wird der Nordatlantik folgen, durch die Nordsee geht’s schließlich runter in südlichere Gefilde um dann den Sprung in die Neue Welt zu wagen. Brasilien, Argentinien und Chile stehen am Plan, später den Pazifik mit seiner wunderbaren Südsee, Australien und Neuseeland sind ein Muss, der asiatischen Ostküste entlang werden wir wieder Richtung Norden aufbrechen.

 

Aber bis dahin ist es noch weit. Und, genau wie wir es so gerne haben, sind wir ja mit dem Segelboot einigermaßen langsam unterwegs! Langsam genug, um auch alle Eindrücke aufnehmen zu können und die Schönheit der Natur und der Kulturen um uns erleben zu können.

 

Die restlichen Vorbereitungen sind schnell gemeistert: die angesammelten persönlichen Dinge auseinander sortiert, alles Hab und Gut aufs Schifferl gepackt und umgesiedelt. Den Schritt haben wir bereits letzen Frühling gewagt und seit dem sind auch wieder viele Dinge von Bord zurück auf Land gewandert. Die Jobs haben wir gekündigt, den Stress der letzen Jahre hinter uns gelassen. Die nötigen Vorbereitungen an Land sind geregelt und mein Amateurfunkkurs ist fast geschafft. Das Eis im Hafen ist endlich getaut und hat La Belle Epoque aus ihrer Starre entlassen. Der Termin für die Abschiedsparty unter Freunden steht und schon werden wir die Leinen lösen.

 

 

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Winter an Bord

Geschrieben von Claudia Kirchberger
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am Dienstag, 23 Februar 2010
in Törnberichte

Winter an Bord

Das Krachen des Eises zerreißt die nächtliche Stille und schreckt mich aus der Koje. Sehlenruhig schläft Jürgen an meiner Seite ohne von den Schlägen und Knallen Notiz zu nehmen. Draußen muss es kalt sein. Sehr kalt, denn die Eisdecke, die nun schon wochenlang La Belle Epoque zur Gefangenen macht, stöhnt und ächtzt nur so, wenn es wieder empfindlich kalt geworden ist. Noch schlaftrunken nehme ich Notiz, dass es auch hier im Schifferl ungewöhnlich kalt geworden ist. bis übers Kinn eingedreht in die warme Daunendecke schmerzen meine Ohren vor Kälte und ich überlege, ob unser wunderbarer Dickinson Dieselofen noch läuft. Ja, tut er, aber zurückgedreht auf kleinste Stufe schafft er es nicht mehr gegen die beißende Kälte im gesamten Boot. Im Salon ist es schön warm und beruhigt tapse ich zurück in die Koje. Na, wenn mich jetzt schon das Krachen der Eisdecke aufweckt, kann das ja toll werden, wenn wir erst mal wieder unterwegs sind und La Belle Epoque zum Resonanzkörper des Meers um uns wird.

Blick auf Rana
Am Morgen deckt eine geisterhafte Nebeldecke das Land um uns zu. Der trieste Himmel, von dem vereinzelt Schneeflocken fallen, ist nicht zu sehen und der dunkle Schatten vor La Belle lässt uns nicht vergessen, dass wir nicht das einzige Schiff im Hafen sind. Im Bauch unseres Bootes erwachen wir träge zum Leben. Jürgen hat am Morgen den Brotteig ins Rohr geschoben und den Ofen etwas raufgedreht. Der Kaffee duftet und die wollige Wärme begrüßt mich. Wir gehen den Tag langsam an, das gemeinsame, gemütliche Frühstück genießen wir.
eisdeckeDann gehts erstmal raus. Die Eisdecke unter dem Waschbeckenabfluss gehört freigestochen, der Steg abgeschaufelt. Wir testen, ob uns die Eisdecke trägt und laufen ein paar Runden um die Schiffe. Endlich blitzt die Sonne durch die Nebeldecke und vertreibt auch schon bald die letzen Nebelschwaden. Nur noch selten begrüßt uns die Sonne mit ihren warmen Strahlen und zur Feier des Tages machen wir einen Spaziergang entlang der Donau. 

Donaunebel
Zurück am Schifferl gibt es genug zu tun und während Jürgen am Generator und im Motorraum arbeitet, um alles für unsere kommende große Fahrt vorzubereiten, stürtze ich mich über die Unterlagen zur Amateurfunkprüfung. Neben uns bereiten die Nachbarn eine Bahn zum Eisstockschießenvor und am Schiff vor uns höhrt man ein Hämmern und schleifen. Schon jetzt hat sich unser Steuerhaus bewährt. Ich bin froh, dass wir uns entschieden haben, anstelle eines offenen Verdecks ein geschlossenes und beheiztes Steuerhaus auf La Belle Epoque zu bauen. Auch wenn wir zur Zeit lahm und eingefrohren auf der Stelle sitzen, das Steuerhaus ist zu unsrem Vorraum geworden, auf den wir nicht mehr verzichten möchten. Es dient als Windfang, die nassen Schuhe finden da oben ihren Platz und Jacken, Schals, Handschuhe und Hauben türmen sich am Steuersitz. Die Gästekoje im Vorschiff haben wir zu unsrem Kühlschrank umfunktioniert. Ein dicker Vorhang hilft, dass die Wärme im Salon bleibt und so gibt es an Bord nun auch wieder kaltes Bier und frische Milch. Unser genützter Lebensraum hat sich auf ein Minumum reduziert und es kommt vor, dass wir tagelang nicht aus dem Boot kommen, was den Verbrauch von guten Büchern fördert...
Uns fehlt es an nichts. Ein anderes zuhause als unser Boot wird schon fast undenkbar und unser Leben ist endlich wieder da angekommen, wo wir es uns gewünscht haben. Die letzten Jahre der Arbeit und Vorbereitungen sind vorüber und unser Abenteuer an Bord hat begonnen.

Eis

die Ulm

 

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