Mann über Bord - Suchmaschinen
Mann über Bord - Suchmaschinen
Mann über Bord! Dies sind mitunter die schlimmsten Worte die man auf einer Segelyacht auf hoher See hören kann. Ein Albtraum den man am liebsten nie erleben möchte. Höchste Priorität für die verbleibende Crew an Bord, ist es an Bord zu bleiben und sofort das "Mann-Über-Bord-Manöver" einzuleiten.
Segler gehen oft schneller und öfter über Bord als man es gerne wahrhaben möchte. Je schneller das Manöver vollzogen wird desto größer sind die Rettungschancen. Solange man den Verunglückten noch sieht, kann man ihn ansteuern. Wenn möglich sollte ein Besatzungsmitglied nur mit der Aufgabe beschäftigt sein, den von Bord gegangenen im Auge zu behalten. Der Rest der Mannschaft kümmert sich derweil um das Manöver.
Was mit großer Besatzung durchaus machbar ist, wird bei nur 2 Seglern nahezu unmöglich wenn einer davon von Bord geht. Wer außerhalb der Sichtweite gerät, kann nur mit viel Glück gerettet werden. Es ist unglaublich schwierig jemanden wiederzufinden, der auf hoher See im Wasser treibt. Und bei starkem Windgang und bei Dunkelheit wird es naturgemäß immer schwieriger.
Noch mehr Glück brauchen diejenigen die unbemerkt von Bord gehen. Mit jeder Minute die ihr Fehlen unbemerkt bleibt, schwindet die Aussicht auf Rettung. Das Meer ist weit, die Strömung unberechenbar. Es kommt einem Wunder gleich, wenn dann jemand wirklich wieder entdeckt wird. Es sei denn, der Betroffene ist mit einem Sender ausgestattet, der die Suchmannschaft zu ihm führt.
Auf fast jedem Schiff hängen seit langem EPIRB-Funkbojen. Seit einiger Zeit aber gibt es auch Sender die so klein sind, dass man sie am Körper tragen kann. Einige dieser Sender strahlen ein weltweites Alarmsignal aus, das von Satelliten aufgefangen wird, andere kommunizieren mit der eigenen Yacht. Letztere sind unter dem Sammelbegriff Mann-Über-Bord-Systeme oder MOB-Systeme zusammengefasst. Sobald ein Sender eine festgelegte Distanz zur Basis überschreitet oder ins Wasser fällt, wird Alarm
geschlagen. Der Alarm kann auch manuell aktiviert werden.
Je nach Kostenaufwand lösen günstigere Modelle nur Alarm aus während z.B. das MOB-System "Lifetag" von Raymarine über das Kommunikationsnetzwerk Seatalk mit Kartenplotter und externen Displays gekoppelt wird. Sobald der "Lifetag" über Bord geht, zeigt der Plotter die Position an.
Kleine Crews und Einhandsegler können von MOB-Systemen nicht profitieren. Für die eignen sich Seenotsender, die weltweiten Alarm schlagen. Seit den Siebzigerjahren gibt es solche Sender. Sie strahlen nach Aktivierung ein Signal aus, das von Flugzeugen oder Satelliten empfangen und geortet wird. Dieses Signal geht an die Bodenstationen weiter, die es auswerten und die für das Unglücksgebiet zuständige Rettungsleitstelle informieren. Deren Aufgabe ist es die notwenigen Rettungsmaßnahmen zu koordinieren und SAR-Hubschrauber, DGzRS- oder Coast-Guard-Schiffe loszuschicken. Wer solch einen Seenotsender betreiben möchte, muss ein eigenes Schiff besitzen und eine Seefunkstelle mt MMSI Nummer angemeldet haben. Der PLB (Personal Locator Beacon) wird dann wie eine EPIRB behandelt und erhält ebenfalls die MMSI-Nummer, die sämtliche für die Rettung notwendigen Informationen erhält.
Charterkunden, die kein eigenes Schiff besitzen, können keine PLB anmelden. Es gibt zwar die Möglichkeit, personengebundene Notsender in England registrieren zu lassen. (Die Anmeldung übernehmen sogar die Händler), doch damit befindet man sich in einer rechtlichen Grauzone.
Ein im Frühjahr 2009 vorgestelltes System nennst sich "Scout" und ist eine Gemeinschaftsentwicklung des Sender-Spezialisten Rhotheta und des Schwimmwesten Herstellers Bernhardt Apparatebau. Hierbei wird die Schwimmweste "Secumar 275 3D" mit einem 121,5 MHz-Frequenz-Sender von Rhotheta ausgestattet. Sobald sich die Schwimmweste aufbläst zerreißt der Kontaktdraht zum sender und das Signal wird aktiviert. An Bord ist eine Peilantenne installiert, die auf den Sender abgestimmt ist. Das Peilsystem zeigt die Richtung des empfangenen Signals relativ zur Schiffslängsachse an. Es arbeitet über die gesamten 360 Grad Azimut, so dass das Signal
auch bei Manövern nicht verloren geht.
Man kann zwar nicht verhindern, das jemand über Bord geht. Die moderne Technik jedoch erleichtert es ungemein die Überlebenschancen sehr effektiv zu erhöhen und helfen dabei den Segler wieder sicher aufs Schiff zurück zu bringen.
Beim klassischen MOB-System wird der Seenot-Alarm durch Kontaktunterbrechung ausgelöst, also sobald eine bestimmte Distanz zwischen bordeigener Basisstation und dem personengebundenen Sender überschritten wird. Es wird Alarm ausgelöst. In Kombination mit einem geeigenten Plotter kann auch die Unglückstelle dokumentiert werden. Wohin die Person treibt muss von der Crew im Auge behalten werden.
Beim "Scout"-MOB-System (Secumar Weste/Rhotheta 121,5 Frequenz Sender) wird ein Sender, der in der Schwimmweste untergebracht ist aktiviert, sobald der Träger ins Wasser fällt. An Bord wird Alarm ausgelöst, und die Peilantenne, die auf den Sender abgestimmt ist, nimmt ihren Betrieb auf. Die schwimmende Person kann über ihr Sendesignal angepeilt werden.
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| Hersteller/Produkt | NASA MOBi | Raymarine LifeTag (MOB-System) | Secumar "Scout"-Notfunksystem |
| Abmessungen | Display 150x112x42 mm | Basis 57x49x24 mm | Display 120x100x55 mm |
| Abmessungen | Sender 77x47x38 mm | Sender 57x49x36 mm | Antenne 260x600 mm Sender 103x75x27 mm |
| Gewicht Sender | 100 g | 61 g | 230 g |
| Befestigung | Gürtelclip | Armband | Jackentasche oder fest an der Schwimmweste |
| Sender maximal | 8 | 16 | unbegrenzt |
| Lieferumfang | Display und 3 Sender | Basis und 2 Sender und Alarmsummer | RT202 Funkpeiler und Antennensystem |
| Preis | € 399,- | € 659,- | € 5.465,- |
| Zusätzlicher Sender | € 89,- | € 104,- | € 718,- |
| Internet | www.moerer.de | www.raymarine.com | www.secumar.de |
| Erweiterungen | - | Seatalk-Anschluss zur Darstellung der MOB-Position auf Raymarine-Plottern und Instrumenten |
Rettungsweste "Scout 275" mit Sender (€ 1.098) |
Das satellitengestützte Cospas-Sarsat-System setzt auf externe Hilfe. Mit einem Sender, der auf der international festgelegten
Seenotfrequenz 406 MHz sendet, wird der Notfall angezeigt. Die für das Notfallgebiet zuständigen Rettungsleitstellen schicken
Hubschrauber und/oder Rettungsschiffe zu Hilfe. Dieses System ist das einzige, das auch im Falle von Schiffsuntergängen funktioniert.
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