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Segelcheck Blog

Optimale Installation einer Kurzwellenanlage an Bord

Geschrieben von Joerg Drexhagen
Joerg Drexhagen
Joerg Drexhagen hat noch keine Informationen über sich angegeben
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am Montag, 17 Januar 2011
in Technik

Selbst erfahrene Segler reagieren mit Zurückhaltung, wenn es um die Planung und Anschaffung von Kurzwellensendern- und Empfängern (SSB-Funkanlagen) für Ihre „Trans-Ocean“-Überquerung oder sonstige Langfahrten geht. Das ist sicherlich bedauerlich, da moderne SSB-Funkanlagen, seien es Amateurfunkanlagen oder Kurzwellen-Seefunkstellen, Seglern auf allen Meeren viele zuverlässige Kommunikationsmöglichkeiten bieten  können: Ship-to-ship Konferenzen über mehrere tausend Seemeilen ist ein Service, der nur über dieses Medium ermöglicht wird. Bei der Überquerung des Atlantik mit der ARC zum Beispiel, im Verband mit über 200 Yachten, gibt es einem Sicherheit zu wissen, dass man leicht mit anderen Yachten Kontakt aufnehmen kann, die bestmöglich für eine schnelle Hilfe platziert sind.

Auch ohne Notfall an Bord sind Sie in der Lage, an der Gemeinschaft der Segler auf den Weltmeeren teilzuhaben. Es gibt schon seit langer Zeit eine Reihe von Funkaktivitäten zwischen Seglern über SSB Funk, die über dieses Medium wertvolle Tipps und Erfahrungen austauschen.

Desweiteren können Sie ein Pactor Modem an Ihre SSB Anlage anschließen, welches Ihnen die Möglichkeit gibt, E-mails und GRIB-Files zu übertragen und zu empfangen; Sie müssen sich nur bei einem der ständig wachsenden Provider, wie z.B. Sailmail (gegen ein geringe Jahresgebühr) anmelden, der eine weltweite Netzabdeckung gewährleistet. Zudem können Sie Wetterfax und Navtex über dasselbe Equipment empfangen. Die gleichen technischen Möglichkeiten hat der lizensierte Funkamateur mit einer Amateur-SSB-Funkanlage  

Im letzten Jahr haben wir in Las Palmas beim Start zur ARC feststellen können, dass die Unsicherheiten bezüglich SSB Funkanlagen zu einem Großteil aus mangelndem  Wissen und  Bedienung resultieren. Selbst sogenannte „professionelle Installationen“ wiesen erhebliche Fehler und Mängel auf, so dass die Anlage oftmals nur mäßig bis gar nicht funktioniert. Der Besuch eines SSB-Workshops von Yachtfunk.com kann für den Umgang mit den Anlagen sehr hilfreich sein.

Nachfolgend gebe ich Ihnen einige grundlegende aber wichtige Leitlinien für eine gute SSB-Installation, um Ihnen zu ermöglichen, das  Beste aus Ihrer Anlage herauszuholen, das heißt, alle Vorteile Ihres Equipments wirklich nutzen zu können. In diesem Falle möchten wir Sie für die Planung Ihrer Törns ermutigen, eine SSB-Anlage in Betracht zu ziehen.

Vor dem ARC-Start sind wir auf Installationsfehler gestoßen, die wir so nicht erwartet hätten; die meisten davon entscheidend darüber, ob eine Aussendung empfangen wird oder nicht. Neben losen Verbindungen  und ungelöteten Steckern fanden wir:

  • unzureichende Erdung bei Anlagen, die 150 Watt Ausgangsleistung (HF) übertragen

  • zu große Abstände zwischen Antennentuner und Erdung

  • ungeeignete Kabelverbindungen zwischen Tuner und isoliertem Achterstag und der  Peitschenantenne

  • und viele weitere Fehler

Im folgenden Text werde ich die grundlegenden Überlegungen für eine technisch saubere Installation anhand von drei Aspekten aufzeigen: Erdung, Kontakt und Abstand.

Um mit der Erdung zu beginnen, muss man festhalten, dass jede unsymmetrische Antenne einer Erdung bedarf, in diesem Fall einer Seewasser-Erdung. Die Grundform einer HF-tauglichen Antenne ist der Dipol, eine symmetrische Antennenform, die aus zwei Polen / Schenkeln besteht und die am Mastkopf anzubringen wäre. Da es sich bei den meisten Schiffen nicht um Zweimaster handelt, ist die von Yachtfunk.com installierte Antennenform kein Dipol, so dass der „fehlende“  Schenkel über Tuner und Erdung ausgeglichen wird.

Die Erdung auf einem Schiff mit Metallrumpf gestaltet sich relativ einfach. Man muss allerdings sicherstellen, dass über den Tuner keine DC-Spannung am Rumpf anliegt (Abhilfe schafft DCF-47). Selbst bei einem Antifouling-Anstrich wird der Kontakt zum Seewasser mittels kapazitiver Kopplung realisiert. Der Metallrumpf agiert als einer der beiden Kondensator-Platten, das benützte Seewasser als zweite. Bei einem GFK- oder Holz-Rumpf wird die Angelegenheit etwas komplizierter.

Traditionell installieren Werften und Installationsfirmen Erdungsschwämme, die einen direkten Kontakt zum Seewasser herstellen. Zunächst erscheinen Erdungsschwämme als clevere Lösung, da sie durch ihre Oberflächenbeschaffenheit eine größere Kontaktfläche haben als die Löcher, welche man für die Installation selbiger in den Rumpf bohren muss. Unglücklicherweise wird der augenscheinliche Vorteil dieser Installation nach ca. 6 Monaten zu dessen größtem Nachteil: Algen und Muscheln beginnen auf der rauen Oberfläche zu siedeln, so dass die Platten gereinigt oder sogar ausgetauscht werden müssen, um zu funktionieren.

Die Lösung dieses Problems besteht in einem elektrischen Trick, der auch bei Metallschiffen genutzt wird: eine große Fläche wird kapazitiv zum Seewasser gekoppelt. Die Installation von einer ca. 3 Quadratmeter großen Kupfer- oder Aluminium Folie in der Bilge (unter den Achterkojen) stellt die eine Hälfte des Kondensator dar; die zweite Hälfte ist das Seewasser – die beiden „Platten“ werden durch den GFK- oder Holz-Rumpf getrennt. Diese Folienkonstruktionen sind für eine dauerhafte Installation ungeeignet, da sie leicht ein- und abreißen. Die beste Lösung ist die Verwendung von SSB-Ground-Paint, eines hoch konzentrierten versilberten und Lösungsmittel freien Kupferanstrichs, der in der Bilge unterhalb der Wasserlinie nah am Tuner aufgetragen wird. Für eine gute Erdung sollte eine ca. bis zu 3 qm große Fläche aufgetragen werden.

Diese Installation hat drei große Vorteile:

  • Erstens kann der Auftrag in der Nähe des Tuners erfolgen

  • Zweitens ergibt sich eine relativ große zum Seewasser zu koppelnde Fläche (kapazitive Kopplung) 

  • Drittens ist die gestrichene Fläche wartungsfrei. Das Überstreichen der Fläche mit Bootsfarbe ist möglich. Der Tuner kann mittels eines breiten Kupferbandes an die Erdungsfläche angeschlossen werden.

Eine weitere Fehlerursache stellten Kontaktprobleme dar. Jede lose Verbindung, jede für die Übertragung von HF-Leistung zu kleine Fläche schränkt die Sende- und Empfangsqualität ein. Hierzu sollte man ein besonderes Augenmerk  auf folgende Punkte werfen: Das Funkgerät und der Tuner sollten durch ein spezielles, dämpfungsarmes Koaxkabel miteinander verbunden werden; die PL-Stecker müssen sorgfältig so miteinander verlötet werden, dass einerseits Kontakt zwischen Leiter und Abschirmung vermieden wird und andererseits genügend Kontaktfläche für den Leiter zur Verfügung steht.

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Achterstag

Geschrieben von Harald Markl
Harald Markl
Harald Markl hat noch keine Informationen über sich angegeben
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am Sonntag, 01 November 2009
in Technik

Das Achterstag

Das Achterstag ist ein am Masttop oder der Mastspitze angreifendes Seil, zumeist aus Draht, welches – am Heck befestigt – verhindert, dass der Mast nach vorne umkippt. Dem Achterstag gegenüber greift – an der Mastspitze, bei modernen Konstruktionen meist kurz darunter – das Vorstag an, welches den Mast entsprechend nach hinten sichert.

Neben diesem Zweck wird über die Spannung des Achterstags bei einem 7/8-Rigg die Form des Großsegels getrimmt, da sich durch die Erhöhung der Spannung des Achterstags der Masttopp nach achtern und der Mittelteil des Mast bogenförmig nach vorne schiebt. Wenn das Segel "bauchig ist" bedeutet dies, dass das Segel in der Flächenmitte zu stark gewölbt ist. Durch Dichtholen (Spannen) des Achterstags kann man den Mast so biegen, dass das Segel flacher getrimmt wird und dadurch vorne einen besseren Anstellwinkel liefert. Dies erlaubt, einen spitzeren Winkel zum Wind, "mehr Höhe", zu laufen.

Des Weiteren werden schädliche Krängungskräfte vermindert und die vom Segel erzeugte Kraft zwar vermindert, aber für die erwünschte Fahrtrichtung "Hoch am Wind" besser ausgerichtet. Nebenbei beseitigt die Spannung auch den Durchhang des Vorstages mit ähnlichen Effekten auf das Profil des Vorsegels. Bei Kursen weniger hoch am Wind (und im Hafen) entspannt man das Achterstag teilweise, ohne die maststützende Wirkung aufzugeben. Gelegentlich ist ein Abschnitt des Achterstags elektrisch isoliert und wird als Antenne für Funkanlagen (Grenzwelle, Kurzwelle) benutzt.

Zum Spannen und trimmen dient eine Hydraulik, ein Spindelgetriebe oder eine Talje. Stage und Wanten werden auch als stehendes Gut bezeichnet.

 

achterstag

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